Nach 172 Jahren verlassen wir Vinzentinerinnen das ehemalige Erfurter Waisenhaus

29.12.2018

Im Beisein von Bischof Dr. Ulrich Neymeyr und Bischof Wanke em. und einigen Priestern fand am 28.12.2018 in der Kapelle des Caritas-Kinder- und Jugendheimes „St. Vinzenz“ die Verabschiedung von Sr. Edburga und Verecunda statt.  An der Feier nahmen sehr viele ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl aus dem Haus als auch vom Caritas-Verband teil; aus Fulda waren auch fünf Schwestern gekommen. Herr Bischof Dr. Neymeyr dankte der gesamten Ordensgemeinschaft aufrichtig für ihr segensreiches Wirken an diesem Ort.

1847 kamen die ersten Schwestern, die in mehreren Erfurter Einrichtungen präsent waren,  in das Kath. Waisenhaus. Bis zu zwölf Ordensfrauen waren im Konvent in den Jahren für die Betreuung und Begleitung der Kinder ansprechbar und leiteten sie in der Hauswirtschaft an. Neben der handwerklichen und  praktischen Förderung stand selbstverständlich auch die intellektuelle Bildung der Kleinen auf dem Wochenprogramm. 

Der Leiter des Hauses, Herr Klapper, würdigte ebenfalls das Wirken der  beiden Schwestern sehr. Mit einem humorvollen, in Versen verfassten Text, sorgte er für einen kurzweiligen und informativen Beitrag. Sr. Birgit dankte im Namen der Ordensgemeinschaft dafür, dass die Schwestern so viele Jahre auch im Älterwerden angenommen waren, dass sie hier gut in kirchliche Strukturen und in die Hausgemeinschaft eingebunden und mit Vielen vernetzt waren. Besonders dankte sie all jenen, die die Schwestern im Glauben an den guten Gott gestärkt und geistliche Erfahrungen mit ihnen geteilt haben. Ebenso sprach sie Dank aus für vielfältige Unterstützung im lebenspraktischen Alltag und all jenen, die den Schwestern bei den Herausforderungen in Treue zur Seite standen und Geduld und Ermutigung vermittelten, sowie allen, die ihnen Vertrauen schenkten und durch Gesten ihre Verbundenheit haben spüren lassen.

Schwestern erhalten hohe Caritas-Auszeichnung: „Zum Abschied gilt es, respektvoll für das segensreiche Wirken aller Schwestern Dank zu sagen“, so Diözesan-Caritasdirektor Wolfgang Langer in seiner Laudatio für Schwester Edburga und Schwester Verecunda. Und so dürfe er heute mit großer Freude beiden Ordensfrauen stellvertretend für alle Schwestern, die in „St. Vinzenz“ gewirkt haben, eine der höchsten Auszeichnungen der Caritas in Deutschland - das Caritaskreuz in Gold - verleihen. Dies sei ein Zeichen des Dankes und der Würdigung für das 172-jährige segensreiche Wirken der Ordensfrauen in unserem ehemaligen Waisenhaus. „Ich wünsche Ihnen beiden persönlich alles Gute, Gesundheit und weiterhin Gottes reichen Segen“, so der Thüringer Caritas-Chef in großer Dankbarkeit.

In den letzten Jahren haben sie viele kleine Dienste im Haus verrichtet und sind „die guten Seelen unseres Hauses“, so die Aussage von Herrn Klapper, dem Einrichtungsleiter.

Am 05. Januar 2019 wurden Sr. Edburga und Sr. Verecunda in das Theresienheim in Fulda versetzt.

Wir wünschen ihnen, dass sie in Fulda und im Theresienheim ein neues zu Hause finden.

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