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Ein Ostergedanke

In Piemont, sagt man, laufen die Menschen beim ersten Osterläuten zum Brunnen in der Mitte des Dorfes.

Dort waschen sie sich die Augen aus:
Die „Ich-will-dich-haben-Augen“;
die „Machen-wir-ein-Geschäft-Augen“;
die „Geh-mir-aus-den-Augen-Augen“.
Sie wollen Osteraugen bekommen.

Darum waschen sie die kalten, die gierigen, die listigen, die misstrauischen Blicke fort. Sie spülen die Schleier der Angst weg. Und das kalte Wasser, das Osterwasser, sagt man, schwemmt heraus den Dreck eines langen Jahres.
Sie heben den Kopf und schauen sich mit guten Augen an.